Archiv für die Kategorie „Philosophisch betrachtet…“
Der Monat Mai war eigentlich immer etwas besonderes in meiner Kindheit schon. Diese Mischung aus endlich richtig Frühling und Vorfreude auf den kommenden Sommer und somit Ferien.
Es war die Zeit in der man wieder draussen toben konnte, sich in die Wiese legen und Schäfchen Wolken zählen und nicht ständig hörte: “Zieh dir aber bitte eine Jacke an du verkühlst dich sonst”
Wir kletterten auf Bäume,bauten mit Papas Werkzeug aus der Garage Baumhäuser, mopsten die ersten Erdbeeren aus dem Garten und ich lernte von meinen grossen Brüdern wie man Fahrräder aufmotzt in dem man an die Speichen Spielkarten befestigt, Steinschleudern baut und mit einer Lupe Feuer macht.
Meine Eltern hatten (haben) ein Haus gleich neben einem Stückchen Wald und endloslangen hohen Weizenfeldern. Der kleine Bach im Wald war unser Revier.
Es war die Zeit wo die Sonne schon so warm war das man auch mal die Zehen in das Wasser steckte und im Freien jede Menge Tierchen endeckte.
Im Gegensatz zu den anderen Mädchen aus der Nachbarschaft hatte ich nie Angst vor Krabbeltierchen, Regenwürmer und co.
Ich fand es immer lustig wenn sie schrien und davon liefen beim Anblick diverser Insekten und co. Ok, ich muss zugeben ich war auch ein bisschen fies und habe den Mädels erzählt wenn sich einmal ein Käfer in den Haaren verfängt bleibt der für immer da drinn.
Und es gab noch einen Grund warum der Monat Mai etwas tolles wahr. Die Zeit der Maikäferjagd war da. Alte Blechbüchsen wurden mit Gras und Blätter ausgelegt und dienten als vorübergehende Behausung unserer kleinen Freunde.
Los ging es am späten Nachmittag wenn die Sonne langsam schwächer wurde. Die grossen Brummer schwirten durch die Luft und wir versuchten sie zu fangen.
Manchmal jagten wir ihnen auch mit unseren Fahrrädern nach und wer am Abend bevor wir Nachhause mussten am meisten in seiner Büchse hatte war der Champion.
Natürlich wurden unsere Sammelobjekte danach wieder frei gelassen und schwirrten laut brummend über die Felder davon.
Wenn ich heute in den frühen Abendstunden auf der Terrasse meiner Eltern stehe ist weit und breit kein Maikäfer zu sehen. Keine brummenden und summenden Tiefflieger mehr die den nahenden Sommer ankündigen.
Wo sind sie hin? Das erinnert mich immer an diesen Song von Reinhard Mey. Der Monat Mai neigt sich nun langsam dem Ende zu und ich habe noch keinen Maikäfer gesehen. Schade eigentlich…
(c) Foto






















